Freitag, 11. März 2011

Joe Biden in Chisinau, Republik Moldau

Joe Biden besucht die Republik Moldau






Der heutige Tag, den 11. März 2011, ist ein historischer Tag für die Republik Moldau. Pünktlich um 11.15 Uhr landete der Vize-Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden zusammen mit seiner Gattin Jill Biden am internationalen Flughafen Chisinau, in der Republik Moldau. Dort wurde er vom Premier-Minister des Landes Vlad Filat, seiner Frau Sanda Filat, dem moldauischen Aussenminister und Minister für Europäische Integration Iurie Leanca, sowie dem amerikanischen Botschafter in Moldau Asif Chaudry auf dem roten Teppich vor dem Militärflugzeug der US Airforce A400 feierlich empfangen. Dabei intonierte ein Militärorchester zuerst die amerikanische, danach die moldauische Hymne. Die Familie Biden wurde mit Brot und Salz festlich empfangen. Die Regierung und die Bürger der Moldau heißen somit den hohen offiziellen amerikanischen Staatsgästen in ihrem Land herzlich willkommen. Zahlreiche nationale und internationale Journalisten und Korrespondenten verfolgen mit großer Aufmerksamkeit den Besuch von Biden in Moldau.

Die Staatsvisite erfolgt nach einer Einladung von Vlad Filat, nach seiner letzten Staatsreise in den USA. Der Besuch von Josef Biden ist der höchste Staatsbesuch, den die Republik Moldau seit ihrer Gründung 1991 je hatte. Daher ist er ein großes offizielles Staatsereignis und ein großer politischer Erfolg für das kleine südosteuropäische Land schlechthin. Vor seiner Ankunft in Chisinau erklärte Biden: "Er komme in die Republik Moldau, weil sie ein demokratischer Staat ist. Sie garantiert ihren Bürgern ihre Freiheiten und die Menschenrechte. Und sie hat es in den letzten 2 Jahren geschafft zu einer demokratischen Wende zu übergehen und ist ein Vorbild für zahlreiche andere Läder in Ost- und Südost-Europa".

Der hohe Besuch wird etwa 6 Stunden in der Republik dauern. Die moldauische Regierung und die Bürger des Landes verknüpfen sehr hohe Erwartungen an die USA damit. Sowohl der moldauische Regierungschef, als auch seine Regierung und das Volk hoffen auf bessere politische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Beziehungen zu den USA. Anbei wird eine Intensivierung der Kontakte, der Kooperation und der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern erwartet. Für die Republik Moldau ist dies ausgesprochen wichtig. Zusätzlich besteht in Moldau die Hoffnung darauf, dass die USA dem Land bei der Lösung des Transnistrienkonflikts helfen und unterstützen könnten. Derzeit haben die USA lediglich einen Beobachterstatus bei den Verhandlungen um die Reglementierung dieses Problems.

Im Rahmen seines Besuchs wird Joe Biden zunächst Gespräche mit Vlad Filat führen, denen bei dem darauf folgenden Treffen mit Marian Lupu, dem aktuellen geschäftsführenden Präsidenten des Landes, weitere Diskussionen folgen werden. Der amerikanische Vize-Präsident wird um 14.00 Uhr eine Rede vor den Bürgern der Republik Moldau im Zentrum der Hauptstadt Chisinau halten.

Donnerstag, 10. März 2011

Alltag am östlichen Rand der EU. Das Leben an der moldauisch-rumänischen Grenze (I).















Am 3. März 2011 fand im rumänischen Kulturinstitut in Berlin Grunewald ein sehr interessanter Vortrag mit anschliessender Diskussion zum Thema "Alltag am östlichen Rand der EU. Das Leben an der moldauisch-rumänischen Grenze" statt. Die Veranstaltung wurde mit Hilfe der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft und des Rumänischen Kulturinstituts Berlin organisiert.

Dr. Köpernik und Cristina Hoffman führten in die Thematik des Diskurses über die Situation im rumänisch-moldauischen Grenzgebiet ein. Dabei zog Dr. Köpernik einen Vergleich zwischen Rumänien, Moldau und West-Deutschland und Ost-Deutschland. Bemerkenswerter Weise erwähnte der Vositzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft folgendes: "Er erinnere sich zum Anlass des Abends an die Situation vor 20 Jahren in der DDR und BRD, wo die Bürger sich an der deutsch-deutschen Grenze näher kamen, was zur Folge eine Annäherung der beiden deutschen Staaten hatte. Ob wir im Fall Rumänien und Moldau ebenfalls eine solche Entwicklung beobachten und erleben werden, wissen wir noch nicht. Daher soll diese Veranstaltung von Prof. Dr. Wilfried Heller und Mihaela Niemczik-Arambasa M. A. zum besseren Verständnis und Kenntnis der aktuellen Lage im Grenzgebiet von Rumänien und Republik Moldau beitragen." Somit betonte er, dass sich die heutigen Verhältnisse aus dem Grenzgebiet zwischen Rumänien und Moldau den Umständen vor 20 Jahren an der deutsch-deutschen Staatsgrenze in gewisser Weise ähnlich sind.

Der Vortrag zum Thema "Alltag am östlichen Rand der EU (Rumänien/Republik Moldau)." trägt zugleich den Namen Titels des von 2006 bis 2010 von der Volkswagen-Stiftung geförderten und finanziell unterstützten Untersuchungsprojekts, dessen Ergebnisse in der Studie zusammengefasst wurden. Prof. Dr. Wilfried Heller ist Univ.-Prof. für Sozial- und Kulturgeographie an der Universität Potsdam. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind Migrations- und Grenzraumforschung. Mihaela Niemczik-Arambasa hat an der Universität Bukarest Geographie und Französisch studiert. Zur Zeit ist sie Doktorantin in Potsdam bei Prof. Dr. Heller. Sie forscht zum oben genannten Thema.

Da seit dem 1. Januar 2007 Rumänien Mitglied der Europäischen Union geworden ist, brauchen die Bürger der Republik Moldau ein Einreise-Visum in das Nachbarland. Der Personenverkehr hat sich seit dem Zeitpunkt erheblich erschwert, trotzdem ist der Einfluss Rumäniens auf Moldau gewachsen. Insbesondere, weil die aktuelle rumänisch-moldauische Staatsgrenze zu derzeitigen EU-Grenze geworden ist. Der Fluss Prut (684 km) trennt zwei unabhängige Staaten. Somit ist Moldau weiter im "östlichen Gebiet" geblieben, während sich Rumänien bereits im "westlichen Raum" befindet. Die Wissenschaftler fragen sich, ob durch die neue Grenzordnung im Osten Europas sich gewisse Änderungen im Alltag der Grenzbevölkerung vollzogen haben oder nicht? Wie wirken sich diese Einflüsse auf die Bürger der Moldau aus? Gibt es überhaupt einen Einfluss darauf?

Der Titel des Projekts über Europa in der Vielfalt wird auch der Titel der späteren wissenschaftlichen Publikation sein. Zunächst zu dem Begriff "Alltag" in wissenschaftlichen Untersuchungen. Der Alltag der Menschen wird in der Regel in den Bereichen der Geographie, Ethnologie, Geschichte unter die Lupe genommen und untersucht. Es sind Fächer, die das Leben der einzelnen Volks- und Bevölkerungsgruppen untersuchen, sowie detailliert hinterfragen. Und zwar, wo, unter welchen Bedingungen bestimmte Bevölkerungsschichten wie arbeiten? Wie verläuft der Personenverkehr im Grenzgebiet? Über welche Wechselwirkungen können wir im Grenzgebiet zwischen Rumänien und Republik Moldau reden?

Prof. Dr. Heller erläuterte in der Einleitung zum Thema was die Problemstellung und der Untersuchungsgegenstand der Studie sind: "Es geht darum zu untersuchen wie die Bevölkerung ihren Raum in der Grenzregion zwischen Rumänien und Moldau benutzt und ihn sich aneignet. Alle Aspekte des Alltags sind zu berücksichtigen. in unserem Fall geht es um die Staatsgrenze zwischen Rumänien und Republik Moldau, einem EU- und einem Nicht-EU-Land.

Rumänisch ist in der Republik Moldau die Amts- und Staatssprache. Es werden aber auch Russisch, Bulgarisch und Gagausisch dort gesprochen. Das Gebiet an der rumänisch-moldauischen Staatsgrenze ist ein Raum, wo der rumänische Einfluss in Moldau besonders groß ist.

Seit dem Beitritt Rumäniens in die EU am 1. Januar 2007 ist die Anziehungskraft Rumäniens auf die Republik Moldau wesentlich größer geworden. Es besteht die Nutzung der Grenze als ökonomische Ressource für die Einwohner der Republik Moldau. Insbesondere für die Händler ist es vorteilhaft über die moldauisch-rumänische Grenze zu fahren.

(Fortsetzung folgt)

Dienstag, 8. März 2011

Festival "Märtisor 2011", Berlin 5.-7. März 2011

Das Frührlingsfest "Märtisor 2011" wurde von der Gesellschaft der Moldauer in Deutschland, von der Gesellschaft der Moldauer in Italien mit dem Sitz in der Stadt Torino und von den Mitgliedern des Vereins Evangelische Moldovahilfe Berlin e.V. organisiert und durchgeführt. Diese Vereine präsentierten ein sehr schönes, fröhliches und feierliches Benefizkonzert. Die gewonnenen Spenden gingen an ein Weisenheim im Ort Visoca im Norden von Moldau und an die Kinderhilfsprojekte im Süden der Republik. Das Konzertprogramm umfasste folgende künstlerische Aufführungen:

1. Volkstanz "Hora": Ensemble "Plai Moldovenesc"
2. Die Ballade "Miorita": Sängerin Natalia Petica
3. Volkslied "Drag mi-a fost badea cioban": Sängerin Natalia Petica
4. Volkslied "Maruntica": Flöte, Solo Vitalie Pitica
5. Volkstanz "Hora de la Colibasi": Volkstanzgruppe "Busuiocul"
6. Geige, Solo: Corneliu Babira
7. Volkstanz "Dobrogeana": Tanzgruppe "Busuiocul"
8. Volkslied "Nalt ii dealul, jos ii vale": Sängerin Natalia Petica
9. Volkslied "S-auda toata Moldova"/Die Ganze Moldau soll das hören/ Sängerin Natalia Petica
10. Volkstanz "Sirba din batrini": Tanzgruppe "Busuiocul"
11. Volkslied: "Hurt": Sängerin Anisoara Petica
12. Volkslied "Doamne, ce frumoasa este viata"/Gott, wie schön ist das Leben/ Sängerin Anisoara Petica
13. Volkstanz "Batuta": Tanzgruppe "Busuiocul"
14. Volkslied "Am trecut lume prin tine" Sängerin Natalia Petica
15. Volkslied "Sa traiasca maicuta"/Ein Lied über die Mutter/ Sängerin Natalia Petica
16. Volkstanz "Hora si sirba": Tanzgruppe "Busuiocul"
17. Volkslied "Trandafir de la Moldova" (Die Rose aus Moldau).














Auf diesen Bildern sehen wir die Sängerin Natalia Petica und die Künstler in der Nationaltracht beim Tanzen.


Beim Festival "Märtisor 2011" vom 5. März 2011 in Berlin-Altschmargendorf traten zum ersten Mal die Künstler aus Torino, Italien mit dem künstlerischen Ensemble "Plai moldovenesc" auf der Bühne auf. In diesem Video sehen wir den Volkstanz "Sirba din batrini" und die Tanzgruppe "Busuiocul".

In dieser Videoaufnahme sehen wir in avanpremiere den schönen Tanz "Hora und Sirba" von der Tanzgruppe "Busuiocul".

Montag, 7. März 2011

Frühligsfest "Martisor 2011" in Berlin





Am 5. März 2011 feierte die Gesellschaft der Moldauer in Deutschland zusammen mit der Evangelischen Moldovahilfe Berlin e.V., mit ihren Mitgliedern, Freunden und Gästen das Festival "Märtisor 2011" in Alt-Schmargendorf.


Montag, 7. Februar 2011

Konferenz über den Parlamentarismus in Deutschland und Rumänien (III)















Im Vortrag von Gert Weisskirchen (MdB, SPD) handelte es sich um weitere bedeutende Aspekte des Parlamentarismus:

"Ein wichtiges Wort und ein signifikanter Begriff im Parlamentarismus ist die Demokratie, aber auch das Vertrauen der Bürger in die Politik, in den Parlamentarismus und in die Demokratie. Die Partizipation der Bürger an den Wahlen erzeugt die Legitimation der Politiker nach der Wahl in der Demokratie. Der Akt der Wahl verschafft den legitimatorischen Anspruch und die Legitimation des Parlaments. Und das Parlament ist das wichtigste Institut der Demokratie. Wir müssen dafür sorgen, dass Gleichgewicht (die Balance) in der Politik zwischen den Bürgern und den Politikern erhalten bleibt, damit unser gesamtes gesellschaftliches Gefüge nicht in Gefahr gerät".

Sein Fazit lautete: "Die Parlamentarier sind die Privilegierten, die nicht im Egoismus verfallen, und das Herz der Demokratie - das Vertrauen - muss bestehen bleiben".

Titus Corlatean, rumänischer Sozialdemokrat, Senator, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im rumänischen Senat zog einen Vergleich zwischen den parlamentarischen politischen Systemen der beiden Länder Bundesrepublik Deutschland und Rumänien:

"Das Zweikammersystem (sistem bicameral) besteht in den beiden Ländern. Das deutsche Parlament hat seinen Bestand in einem Bundesstaat, während Rumänien ein Zweikammersystem in einem einheitlichen/unitaren Staat hat. Deutschland ist eine Kanzler-/Premierdemokratie, Rumänien ist eine semipräsidentielle Demokratie. Rumänien versucht sich nach dem amerikanischen Parlamentarismus (Kongress und Senat) zu richten.
Im Vergleich zu Deutschland hat das rumänische Parlament nach 1989 sehr viele neue Gesetze verabschieden müssen, schätzungsweise etwa 1000 pro Jahr, um die eigenen Gesetze an die EU-Gesetze anzupassen.
Der größte Unterschied ist in den Befugnissen der Abgeordneten der beiden Länder.

Die Einheitlichen Wahlnamenslisten (listele uninominale) sind positiv, weil so die Verantwortung der Abgeordneten gegenüber ihren Wählern gewachsen ist.

Verfassungsgericht in Rumänien könnte langsam ein gesetzgebendes Organ werden [...] ".

In seinem Abschlusswort akzentuierte er die Wichtigkeit der Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien. Zur Zeit gibt es eine strategische Partnerschaft zwischen den beiden europäischen Ländern, die Mitglieder der Europäischen Union sind".

Mittwoch, 2. Februar 2011

Konferenz über den Parlamentarismus in Deutschland und Rumänien (II)















Ovidiu Ganz, rumänischer Europaabgeordneter und Abgeordneter im Europaausschuss im rumänischen Parlament, ist Vertreter der Minderheit der Siebenbürger Sachsen in Rumänien. Er unterstrich die historische Signifikanz des Tages: "Den 17. Juni, heute, ist ein wichtiges Datum für den Parlamentarismus in Deutschland, weil am 17. Juni 1953 der Volksaufstand in der DDR gegen das damalige SED-Regime stattfand".

Ganz wies auf die in Rumänien nach der Wende 1989 durchgeführten Reformen hin:

"Es hat starke Anstrengungen in Rumänien gegeben, im die Demokratie wieder neu aufzubauen. 1999 hat Rumänien mit der zweiten Phase des Parlamentarismus nach 1991 angefangen, da das Land sich seit dem Zeitpunkt intensiv in Richtung EU orientierte. Es war eine enorme Arbeit, weil zahlreiche Gesetze an EU-Gesetze angepasst werden sollten. Eine wichtige Funktion des Parlamentarismus ist die parlamentarische Diplomatie".

Anca Boagiu, ehemalige EU-Integrationsministerin von Rumänien, Vizeparlamentspräsidentin, informierte die Gäste im Sitzungssaal über die aktuelle Entwicklung des rumänischen Parlamentarismus:

"Vor allem ist die Einführung der Namenslisten (rum.: sistem uninominal) in Rumänien ausgesprochen wichtig. Seit dieser Reform ist die Verantwortung der Abgeordneten vor ihren Wählern gestiegen. Allerdings ist die Dominanz der Regierung in Rumänien zu kritisieren. Es gibt zur Zeit auch Diskussionen über ein Einkammersystem (rum.: sistem unicameral) in Rumänien. Allerdings stellt sich die Frage dringender denn je: Wie kann man das Problem des mangelnden Vertrauens der Bürger Rumäniens gegenüber den Parlamentariern erklären? Das Forum der europäischen Debatten (forul de dezbateri europene) ist im rumänischen Parlament lediglich mit einer Beratungsfunktion zum Debattieren (functie consultativa de dezbateri), ohne Gesetzgebungsbefugnisse (fara atributii de lege), ausgestattet".

(Fortsetzung folgt)